Physio undercover 2.0

Teil 2: Das Abenteuer beginnt 😊

 

Beim Bouldern zog ich mir in November einen Bruch des 1. Lendenwirbels zu. Nach 6 Wochen Ruhigstellung, Physiotherapie und viel selbstständigen Training, ging für mich das Abenteuer Rehabilitation am 24.1.2018 endlich los. Im Vorfeld habe ich bereits versucht möglichst fit zu werden. Ich trainierte fast täglich und versuchte durch das Training vor allem meine Kraft, Rumpfstabilisation und Beweglichkeit schrittweise wieder aufzubauen.

Ich war wirklich sehr gespannt, was mich auf der Rehabilitation erwarten würde. Von verschiedenen Praktika kannte ich bereits den Ablauf einer Reha, aber immer von einer anderen Perspektive. Da ich dieses Mal in die Rolle des Patienten schlüpfte, nahm ich mir vor meinen Beruf möglichst „undercover“ zu halten. Ich wollte wissen, wie „jedermann“ behandelt wird- ohne Sonderbehandlung.

In der Rehaklinik angekommen freute ich mich riiiießig, als mir statt einem Doppelzimmer doch ein Einzelzimmer zugewiesen wurde. *freu* Wie alle anderen Patienten, kannte ich noch gar keinen und schloss beim Essen die ersten Bekanntschaften. Das fällt mir ja zum Glück überhaupt nicht schwer. Der Altersdurchschnitt lag ungefähr bei 50+, aber ich stellte fest, dass ich nicht die jüngste war ^^ YEEEY! Denn es gab einen Patienten der 4 Jahre jünger war als ich. Am ersten Tag hatte ich nur die Anfangsuntersuchungen, wodurch ich am Nachmittag Zeit hatte die Umgebung rund um die Rehabilitationsklinik zu erkunden.

 

Der zweite Tag war vollgeplant mit Terminen und ich war von 6:30 bis 16:00 bis auf kurze Pausen durchgehend unterwegs. Ich genoss meine erste Massage und Moorpackung. Bei der Einschulung in der Trainingstherapie versuchte ich mich möglichst „unauffällig“ zu verhalten. Bei meinem ersten Termin bei der Physiotherapie sagte meine Physiotherapeutin sofort: „Du bist Physiotherapeutin, oder?“. Leider war meine Tarnung als „Physio undercover“ somit aufgeflogen. So stellte ich mir meine Undercover Mission nicht vor… ^^ MIST! Die anderen Mitarbeiter erfuhren es in der Teambesprechung durch meinen Masseur, der sich verplauderte. Nun wussten alle Physios und die restliche Belegschaft, dass ich auch Physiotherapeutin bin. Aber das war eh voll in Ordnung 😊

Physiotherapie, Massage, Moorpackungen, Elektrotherapie, Krafttraining, Fahrradergometer und Unterwassergymnastik versüßten meinen Aufenthalt- der erste Muskelkater lies natürlich nicht lange auf sich warten ;D Aber ich fand es richtig cool endlich wieder trainieren zu können! Nach sechs Wochen kompletter Ruhigstellung der Wirbelsäule konnte ich mich wieder „normal“ bewegen. Ich hatte richtig Freude am Sport und so machte es mir auch nichts aus, dass ich jeden zweiten Tag bereits um 7:00 am Fahrradergometer saß.^^

Die Rehaklinik verfügte über eine Therapiekletterwand, wo ich mich nach ein paar Tagen traute das erste Mal nach meiner Verletzung wieder zu klettern. In den nächsten Wochen kletterte ich fast jeden Tag auf der Therapiewand 😀 Ein Schritt in die richtige Richtung und ich entwickelte Tag für Tag mehr Sicherheit und Vertrauen in meinen Körper.

 

 

 

Gleich in der zweiten Woche nütze ich die Gelegenheit und wagte die erste kurze Laufeinheit. Auf ebenem Schotter und bei strahlend blauem Himmel legte ich die ersten paar Kilometer laufend zurück. Beim Laufen wirken Kräfte im Bereich des 3-fachen Körpergewichts auf die Gelenke und Wirbelsäule! Ich war wirklich überrascht, wie gut das Laufen funktionierte. Natürlich konzentrierte ich mich sehr darauf meine Rumpfmuskulatur möglichst bewusst anzuspannen. Ich war zwar ziemlich außer Puste, aber ich hatte auch nach der Laufeinheit überhaupt keine Beschwerden. Das war wirklich ein mega cooles Gefühl und ein großer Meilenstein in meiner Rehabilitation. I’m getting there!

 

Die anfänglich vielen Termine wurden mit der Zeit immer weniger. Ich fragte meine Physiotherapeutin, ob ich mehr Therapien haben könnte. Nach einem weiteren Besuch bei meiner Ärztin bekam ich zwei Termine im Trainingsraum dazu. Jeden Tag trainierte ich zusätzlich selbstständig im Trainingsraum mit Koordinationsgeräten wie Sling-Trainer, Pezziball, Theraband, Balanceboard und Co. und plauderte hin und wieder mit den anderen Physios. Leider war es nicht möglich die Kraftgeräte im Trainingsraum ohne Termin zu benutzen- das fand ich sehr schade. Ich fand es zudem richtig cool den ganzen Tag mit Jogginghose herumzulaufen!! Ich glaub das war ein wirklich ausschlaggebender Grund warum ich Physio geworden bin ^^

 

 

 

Im Laufe der Zeit gewöhnte ich mich an die Tatsache als Patient in der Rehaeinrichtung zu sein. Es ist wirklich eine ganz andere Situation, wenn man als Patient den ganzen Tag in der Rehaklinik verbringt. Als Therapeut schnappt man nach der Arbeit einfach seine Sachen und macht sich aus dem Staub. Das ging im meinem Fall nicht. ^^ Zudem wurden in der Rehaklinik die Ausgehzeiten sehr streng gehalten und wir mussten spätestens um 22:30 wieder in der Reha sein. Ist ein Patient nicht auffindbar und auch nicht über sein Handy erreichbar, wird die Polizei verständigt! Ziemlich radikal, aber ja ^^

In meiner Freizeit habe ich viel gelesen, Spaziergänge gemacht oder einfach nur die Zeit genossen. Das ein oder andere Mal habe ich an meinen Blogbeiträgen weitergeschrieben. Am Wochenende war ich immer sehr froh, dass ich Besuch bekommen habe 😊. Ansonsten wäre es wohl ziemlich langweilig geworden.

 

 

Das einzige Manko, was ich  bei meinem Aufenthalt feststellen konnte war das WLAN. In der Eingangshalle gab es ein sehr schlecht funktionierendes WLAN und im Zimmer bestand lediglich die Möglichkeit seinen Laptop mit Lan zu verbinden. Leider war das Kabel nicht mit meinem Laptop kompatibel. Zum Glück habe ich Internet am Handy- das war meine Rettung! Zudem fand ich es schade, dass die Kraftgeräte nur mit Termin verwendet werden durften. Ansonsten hätte ich diese bestimme öfter genutzt. 🙂

Rückblickend war ich mit allen Therapien zufrieden und kann sagen, dass die Reha für mich wirklich ein Erfolg war. Ich bin sehr froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Dadurch kann ich mich nun viel besser in die Lage meiner Patienten hineinversetzen, was bestimmt einen Benefit für meine Therapie haben wird. Ich habe miterlebt, dass für manche älteren Patienten die Reha wirklich anstrengend ist und Andere wiederrum jeden Tag am Abend ins Gasthaus gehen. Im Nachhinein war ich sehr froh ein Einzelzimmer gehabt zu haben, wodurch ich zumindest ein wenig Freiraum hatte.

 

 

© Physio inspiriert

Für mich war die Reha wirklich super, da ich meine Muskulatur aufbauen konnte und bestehende Schmerzen eliminiert habe. Zudem ist eine Reha um einiges intensiver als eine normale Behandlungsserie beim Physiotherapeuten. Ich bin wirklich froh die Rehabilitation gemacht zu haben und fühle mich wirklich mehr als bereit wieder zu arbeiten. 😊

 

Warst du schon einmal auf Reha? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Wie immer würde ich mich rießig über eure Gedanken zu meinem Blogpost freuen.

 

 

 

Liebe Grüße,

Valentina

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Menü